Muschelfischerei

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Muscheln waren für die an Küsten und an Binnengewässern lebenden Menschen wahrscheinlich schon zu Beginn der Menschheitsentwicklung eine bedeutende Nahrungsquelle. Archäologische Funde zeigen, dass schleswig-holsteinische Küchenabfallhaufen größere Mengen von Muscheln enthielten.

Der Grund dafür war, dass die Muscheln bei Niedrigwasser oder in flachen Gewässern leicht und ohne weitere Hilfsmittel gesammelt werden konnten. Besonders im Winter waren sie beliebt, da andere Nahrung knapp und schwer auffindbar war.

In der Nordsee kamen vor allem Europäische Austern (Ostrea edulis), Miesmuscheln (Mytilus edulis), Herzmuscheln (Cerastoderma edule) und Strandschnecken (Littorina litorea) vor. Schon im Mittelalter wurden Austern als derart wertvoll angesehen, dass sie von staatlicher Seite, damals vom dänischen König, zum staatlichen Regal erklärt wurde. Somit durften Austern nur noch von Personen gefischt werden, die über eine spezielle Erlaubnis verfügten.

Im zwanzigsten Jahrhundert konnten erstmals Miesmuscheln auch in größeren Mengen gefischt werden – motorgetriebene Fischereifahrzeuge machten es möglich. Die Miesmuscheln des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres sind sogar über die Landesgrenzen hinweg bekannt. In sogenannten Bodenkulturverfahren werden sie gezüchtet und großgezogen. Die Nachhaltigkeit steht dabei an oberster Stelle und ein entsprechendes Programm wird regelmäßig an die natürlichen Rahmenbedingungen angepasst. Die aktuellste Fassung vom März 2017 sieht daher auch die Sperrung großer Gebiete des Nationalparks Wattenmeer für die Muschelnutzung vor.

Die Muschelwirtschaft, oder genauer gesagt die Miesmuschelwirtschaft, ist von stark schwankenden Erträgen geprägt. In guten Jahren überholt sie sogar die Krabbenfischerei hinsichtlich Erzeugungsmengen und Umsätzen. Das waren im Jahr 2016 rund 20.000 Tonnen und ein Umsatz von etwa 23 Millionen Euro. Doch es folgen auch schlechte Jahre. Die Schwankungen liegen unter anderem an den zurückgehenden Besatzmuschelmengen, die für die Belegung der Kulturen nötig sind. Um diese Schwankungen auszugleichen, wird nun vermehrt in alternative Verfahren zur Besatzmuschelgewinnung investiert. Diese Verfahren finden in Saatmuschelgewinnungsanlagen statt. Erste Erfahrungen mit diesen Anlagen stimmen positiv. Die Hoffnung, die Schwankungen der Erträge bald dauerhaft ausgleichen zu können, steigt.

Auch wenn die schleswig-holsteinische Muschelnutzung hauptsächlich im Wattenmeer stattfindet, so ist sie nicht auf dieses Gebiet beschränkt: Schon im neunzehnten Jahrhundert wurden in den Förden der Ostsee Miesmuscheln an in den Meeresgrund gerammten Bäumen gezüchtet, bis die zunehmende Hafennutzung dieser Zucht ein Ende setzte.

Auf Sylt findet sich noch eine Besonderheit der Muschelfischerei. Hier befindet sich der einzige Austernzuchtbetrieb in Deutschland.


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