Forschung, Arbeit und Genuss

Die sogenannten Lachsforellen, die Rößner und Bodenstein in ihrer Aquakultur aufziehen, sind große Regenbogenforellen und in dem frischen Wasser der Kieler Förde gedeihen diese besonders gut. Auf den Kieler Wochenmärkten kann man sich selbst von den Produkten der Unternehmerinnen überzeugen.

Aber nicht nur kulinarisch sind Yvonne Rößner und Sophie Bodenstein überzeugend. Sie beschäftigen sich auch mit der Biologie und Forschung rund um das Thema Aquakultur. „In der Aquakultur kommt alles zusammen, was ich gerne mache“, meint Yvonne Rößner. „Ich habe biologische Meereskunde studiert. Das war mir aber zu wenig Handwerk. Die Aquakultur ist ja das, was die Natur, das Handwerk und aber auch aktuelle Forschung verbindet. Das Wasser zu verstehen, die Prozesse zu verstehen, wie sich das Wasser schichtet, welche Besonderheiten jetzt ganz speziell die Ostsee hat und welche Probleme auftreten können mit Krankheiten oder mit Sauerstoffmangel in der Ostsee, das ist da schon hilfreich.“

Ihr Wissen und ihre Erfahrungen helfen den beide Fischzüchterinnen nun auch dabei, die aktuelle Forschung der Uni dabei zu unterstützen, ein Problem der Aquakultur zu lösen: Alles, was sich im Meerwasser befindet, wird innerhalb kürzester Zeit von Mikroorganismen, Muscheln und Seepocken bewachsen. Dadurch verdichten sich die Maschen der Netzkäfige. Die Frischwasserzufuhr für die Lachsforellen ist gefährdet. Schlimmstenfalls geben die Netze unter dem Gewicht des Aufwuchses nach und reißen. Dann würde das ganze Kapital der Forellenzüchterinnen einfach davon schwimmen.

Deswegen müssen sie ihre Netzkäfige regelmäßig reinigen. Dafür holen sie die Netze an die Oberfläche um sie zu trockenen, denn dabei sterben die Mikroorganismen ab. Doch der wöchentliche Tausch der Netze kann ihre Fische krank machen. "Wir müssen die Fische an die Wasseroberfläche zwingen, wenn wir unter ihnen das Netz tauschen. Die müssen dann oben an der Wasseroberfläche im warmen Wasser schwimmen. Das stresst sie. Und bei warmen Wassertemperaturen ist es ganz gefährlich, wenn man die Fische stresst", erklärt Rößner.

Sophie Bodenstein ergänzt: „Fische sind noch nicht so lange domestiziert wie unsere Landnutztiere. Wenn sie zu sehr gestresst werden, können sie schnell Infektionen bekommen. Also, nur wenn es den Fischen gut geht, weiß man auch, dass wir tierwohlkonform arbeiten.“

Um noch mehr Tierwohl zu erreichen, wird nun an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel an einer Beschichtung für solche Netze geforscht, die den Aufwuchs von Mikroorganismen verhindert. "Der Vorteil an der Beschichtung ist, dass sie giftfrei und langanhaltend ist. Das bedeutet, dass diese Beschichtung auch kein Mikroplastik ins Meer abgibt", erklärt die Projektleiterin Martina Baum.

Auf der Anlage von Yvonne Rößner haben die Wissenschaftler mehr als 400 Flächenproben installiert. Hier testen sie, wie sich die beschichteten Netze in der Ostsee verhalten. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt einen Beitrag zur nachhaltigeren Aquakultur leisten könnte.

Im Idealfall werden die Mikroorganismen und Larven durch die Wasserströmung sofort wieder abgetragen und können sich so gar nicht erst auf den Netzen ansiedeln, so das Ziel. „Mit weiteren Industrie- und Praxispartnern wollen wir unsere Beschichtung für verschiedene nationale und internationale Netztypen und Wasserumgebungen weiterentwickeln“, sagt Baum. Für Yvonne Rößner und Sophie Bodenstein könnte das in Zukunft ihre Arbeit sehr erleichtern und ihren Fischen viel Stress ersparen. „Wir müssen zusehen, dass es unseren Fischen gut geht. Dann haben wir auch 1 A Ware“, meint Sophie Bodenstein. So profitieren nicht nur die beiden Fischwirtinnen, ihre Tiere von der Forschung, auch ihre Kunden können sich über beste Qualität und 1 A Lachsforellen freuen.

 

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